Warum deutsche Solarmodule und keine Billigen aus China?

Deutschland ist Photovoltaik. In der Bundesrepublik werden die Atomkraftwerke zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschaltet.

Die Regierung hat den Termin auf das Jahr 2022 gelegt. Diese Aussage gab den regenerativen Energien Auftrieb. Der Effekt dessen ist ein Land – Deutschland – welches sich in Sachen Photovoltaik gut aufgestellt hat. Die deutschen Produkte sind von der Qualität her über jeden Zweifel erhaben und übertreffen von der Leistung her die Konkurrenz. Auch wenn  – insbesondere aus Asien – günstige Elektroteile angeboten werden, so fangen die Mehreinnahmen durch deutsche Produkte die Mehrkosten wieder auf.

China als „Billiganbieter“ im Photovoltaik-Sektor

Gerade die Anlagen aus China werden von der Presse häufig als konkurrenzfähig hingestellt. Dabei sehen die Journalisten ein Zusammenspiel aus Preisen, Qualität und anderen Faktoren. Gerade die Kosten können bei diesen Produkten gedrückt werden. Die Ernsthaftigkeit mit der die Chinesen das Projekt Photovoltaik angehen, ist durchaus löblich. Aber nicht nur die Kosten sind entscheidend. Die Qualität der Produkte muss ebenfalls gewährleistet sein. Unter diesem Aspekt hat sich die Zeitschrift Ökotest vor einiger Zeit mal die einzelnen Anbieter vorgenommen. Aus deutscher Sicht ergab sich ein absolut positives Ergebnis. Die ersten drei Plätze lagen vollkommen in deutscher Hand. Von den besten fünf Unternehmen, kamen vier aus der Bundesrepublik. Weitere kamen in den Top Ten hinzu. Deutschland steht nach wie vor für Qualität.

Dies ist natürlich ein Grund, warum die Chinesen ihre Produkte günstiger anbieten können. Die Arbeiter verdienen dort weniger und die Qualität hat ebenfalls nicht den hohen Stand der deutschen Produkte. Es gibt jedoch einen weiteren Faktor, der die Chinesen in eine komfortable Lage bringt, die jedoch auch keine Aussage bezüglich deren Qualität trifft. Die Regierung stellt Geld für Unternehmen in Form von Subventionen bereit. Dies hat den Zweck sich gegen internationale Wettbewerber durchzusetzen.

Dies ist natürlich etwas, was den USA nicht gefällt. Denn Amerika stellt ebenfalls Produkte aus dem Photovoltaik-Sektor her. Um die heimische Wirtschaft zu stützen hat die US-Regierung, welche China ohnehin eher negativ gegenübersteht, zum Anlass genommen, um die chinesischen Solarmodule mit Zöllen zu belegen. Die Mehrkosten veranlassen die Bevölkerung dazu in eigene PV-Anlagen zu investieren. Die Maßnahme kann aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Zum einen würden sich die deutschen Hersteller über einen solchen Rückhalt sicherlich auch freuen. Denn trotz der generell höheren Qualität gegenüber den Chinesen, sehen viele nur die Kosten, welche in Asien oftmals geringer sind. Tatsächlich ist eine Einführung von Zöllen für chinesische PV-Anlagen auch in Deutschland nicht ganz von Tisch. Auf der anderen Seite herrscht eine freie Marktwirtschaft und dies erlaubt eben auch den asiatischen Anbietern sich in Deutschland zu positionieren.

Deutsche Pressearbeit

Dies ist ein weiterer Aspekt, der von den deutschen Herstellern negativ gesehen werden kann. Zeitungen kommen teilweise mit Schlagzeilen daher, die der Photovoltaik sehr negativ gesonnen sind. Dadurch werden Zweifel in der Bevölkerung und auch bei den Anlegern geweckt. Leider handelt es sich bei den Zeitungen nicht nur um die kleinen Vertreter und Boulevard-Blätter, sondern durchaus um renommierte Zeitungen und Zeitschriften.

Die Ursache dafür liegt in zwei Bereichen verankert. Zum einen in der derzeit vorherrschenden pessimistischen Grundstellung der Deutschen. Da wird alles neue und ambitionierte klein geredet. Dabei steckt insbesondere in der Photovoltaik-Technik nach wie vor eine Menge Potential. Und dies zu schreiben und gleichzeitig zu wissen, dass schon jetzt große Erfolge mit den Anlagen erzielt werden, lässt einen sehr positiven Blick auf die Zukunft im Sektor Energie schließen. Weiterhin ist die Ursache aber auch in den Lesern verankert. Positive Meldungen werden einfach weniger gelesen. Wer von einer guten Nachricht hört, der überfliegt häufig nur die Schlagzeile. Reißerische, aggressiv formulierte Nachrichten ziehen den Leser in ihren Bann. Aus diesem Grund wird lieber etwas Negatives geschrieben. Denn auch Zeitungen möchten durch ihre Schlagzeilen Kunden gewinnen.

Es gibt natürlich auch Gegenbeispiele, die explizit die Vorzüge und Möglichkeiten von Photovoltaik offenlegen. Ein aktueller Artikel aus der Morgenpost vom 27.05.2012 stellt die Zukunft mit den PV-Anlagen durchweg als positiv dar. Unter dem Titel „Solarmodule: So viel Strom wie aus 20 Atomkraftwerken“ wurde auf eine Hochrechnung des internationalem Wirtschaftsforums für Regenerative Energien verwiesen. In dessen Hochrechnung wurde zwischen Flensburg und Berchtesgaden eine Gesamtleistung von ungefähr 22.000 Megawatt ausgemacht, welche durch Photovoltaik produziert wurde. Der Ausbau der regenerativen Energien war der Schlüssel zu diesem Ergebnis. Vor ziemlich genau einem Jahr lag die Leistung am Mittag noch bei „nur“ 14.000 Megawatt. IWR-Direktor Allnoch erklärte ausdrücklich, dass „deutsche Solaranlagen mittlerweile in der Lage seien, den Mehrbedarf in den besonders verbrauchsintensiven Mittagsstunden in großem Maße abzupuffern.“

Vorteile deutscher PV-Anlagen

Warum die Chinesen ihre Produkte so billig anbieten können – und das es auch auf Kosten der Qualität geschieht – ist geklärt. Und auch die negative Pressearbeit in Deutschland sollte nicht als Argument gegen die Photovoltaik-Anlagen dienen. Aber neben diesen wichtigen Aspekten gibt es auch Vorteile, die doch recht naheliegend sind, aber häufig von den Kunden übersehen werden.

Sprache:

In der Bundesrepublik ansässige Unternehmen beschäftigen auch deutschsprachige Mitarbeiter. Natürlich haben auch die meisten ausländischen Photovoltaik-Anbieter Angestellte, die der deutschen Sprache mächtig sind. Aber sollte es mit dem Ansprechpartner Probleme geben oder sollten bestimmte Differenzen auf diesem Wege nicht gelöst werden können, so richtet sich der findige Kunde im Normalfall an die nächst höhere Instanz im Unternehmen. Im Fall eines ausländischen PV-Unternehmens ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass dieser der deutschen Sprache nicht mächtig ist. Wer über verhandlungssicheres Englisch verfügt, der wird wohl gute Chancen haben, seine Anliegen auch weiterhin vorzubringen. Ansonsten bieten die deutschen Unternehmen in der Landessprache für sämtliche Kunden umfassende Möglichkeiten ihr Anliegen vorzubringen.

Service:

Der Service ist ein immens wichtiger Aspekt. Selbst die Deutschen möchten grundsätzlich von einer Firma betreut werden, bei der sie sich gut beraten fühlen. Und nicht nur wegen der leichteren Verständigung bieten die deutschen Unternehmen einen guten Service. Für die Produkte gibt es eigentlich immer mehrere Kanäle wo Informationen eingeholt werden können. Die PV-Firma bietet dafür eine oder mehrere Telefonleitungen, den E-Mail-Kontakt und natürlich den Postweg. Die Mitarbeiter sind direkt bei der Firma beschäftigt und entsprechend mit ihren Produkten vertraut. Auch bei Reklamationen und der Abwicklung von Garantie oder Gewährleistung sind Deutsche Firmen weit vorne mit dabei.

Garantie:

Der Aufbau einer Photovoltaik-Anlage ist ein zukunftsträchtiges Unternehmen. Allerdings stehen den regelmäßigen Einnahmen anfänglich hohe Investitionen entgegen. Die meisten Leute müssen Kredite aufnehmen, um die Kosten für den Aufbau bezahlen zu können. Umso wichtiger ist es dann auch, dass die Anlage mit einer guten Garantie gesichert ist.

Gerade bei der deutschen Wertarbeit ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass die Garantie in Anspruch genommen werden muss. Allerdings ist es ein wichtiger Faktor, dass sie in Anspruch genommen werden kann. Viele Verträge und Garantiebestimmungen enthalten Klauseln, die es dem Käufer praktisch unmöglich machen, den Bedingungen für die Inanspruchnahme des Kredites nachzukommen. Auch hier bieten die deutschen Unternehmen eine größere Absicherung. Es gibt keine Unstimmigkeiten bei den Formulierungen und die Bestimmungen für die Garantie liegen zweifelsfrei in deutscher Sprache vor.

Bei den Garantien wird zwischen der Produkt- und Leistungsgarantie unterschieden. Um Mängel zu beseitigen werden die Produktgarantien in Anspruch genommen. Diese gelten in der Regel zwischen 5 und 10 Jahren. Im Gegensatz zur Produktgarantie ist die Leistungsgarantie immer an eine bestimmte Nennleistung geknüpft. Leistungsgarantien können über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren gewährt werden. Über diese Bestimmungen sollte sich der Anleger zuvor genau informieren und bei seinen eingeholten Angeboten mit abgleichen.

Wertarbeit:

Die deutsche Arbeit ist im Ausland weiterhin hoch geschätzt. Im eigenen Land wird sie bisweilen leider unterschätzt. Im Sektor Photovoltaik ist es jedoch eindeutig, dass die Deutschen einen sehr hohen Standard liefern. Die teilweise günstigen Kosten von Produkten aus dem Ausland kommen nicht von ungefähr. Dann lieber in eine robuste PV-Anlage investieren, dabei noch das eigene Heimatland unterstützen und sich über eine gute und konstante Leistung freuen. Auch wenn ein Top-Angebot immer eine Mischung aus Leistung und Preis ist, so sollte die Qualität der wichtigste Faktor sein. Damit ist zum einen die Qualität der Module und sonstigen Komponenten der Anlage, aber auch die Qualität vom Service und den Garantiebestimmungen gemeint. Das Gesamtpaket muss einfach stimmen und diesbezüglich sind die deutschen Unternehmen schon seit Jahren sehr gut aufgestellt.

Erfahrung:

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Erfahrung. Es gibt deutsche Firmen, die über 30 Jahre und mehr in der Solarbranche verfügen. Der Trend hat sich erst mit der angekündigten Abschaltung der Atomkraftwerke richtig durchgesetzt. Vereinzelt gab es jedoch auch zuvor schon PV-Anlagen. Die Bewegung wäre nicht so schnell voran geschritten, hätte es Fukushima nicht gegeben. Für die jetzigen Anleger bedeutet dies einen großen Vorteil.

Während Deutschland sich eindeutig zu den regenerativen Energien bekannt hat und die Abschaltung der Atomkraftwerke für 2022 beschlossen hat, handeln andere Länder nicht im Sinne der Umwelt. Viele Nationen bauen weiterhin fleißig Atomkraftwerke und beschneiden sich damit der Chance das Netz an regenerativen Energien auszubauen. Entsprechend ist auch die Entwicklung in diesen Ländern eher rückständig. Deutschland war vom Beginn der Bewegung vorne mit dabei. Die deutsche Technologie im Bezug auf die Photovoltaik-Anlagen wird nicht nur in Deutschland sehr geschätzt. Deutsche Qualitätsarbeit wird in andere Länder exportiert und auch daheim genutzt. Die Qualität und die Rahmenbedingungen, welche über zahlreiche Jahre entwickelt und optimiert wurden, suchen weltweit Ihresgleichen.